Best of LinkedIn: Venture Capital KW 13/ 14
In den vergangenen zwei Wochen ist Venture Capital in eine selektivere und stärker strukturierte Phase eingetreten. Kapital ist weiterhin verfügbar. Doch der Markt wird stärker von KI bestimmt, operativ anspruchsvoller und auf eine engere Auswahl von Überzeugungsfeldern konzentriert. Neue Partnerschaften, spezialisierte Tools und der Schwung im Deep Tech verändern zugleich, wie Fonds, Gründer und Akteure im Ökosystem Chancen finden, bewerten, begleiten und skalieren.
Datum
April 9, 2026
Venture Capital
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Venture Capital KW 13/ 14 zusammen:

Fundraising wird zur Präzisionsarbeit

  • Aktives Kapital zählt mehr als das Prestige eines Logos. Gründer werden gedrängt, gezielt Investoren anzusprechen, die tatsächlich investieren.
  • Geschwindigkeit wird zur Waffe im Wettbewerb. Fonds, die schnell handeln, erhalten Zugang zu besseren Gelegenheiten.
  • Fundraising wird zunehmend wie eine Vertriebspipeline geführt, mit Konversionslogik, Disziplin in den Phasen und klarer Zuständigkeit für den Prozess.
  • Gründern wird nahegelegt, sich Wahlmöglichkeiten zu schaffen, statt das erste eingehende Angebot anzunehmen. Wettbewerbsdruck verbessert sowohl die Passung als auch die Konditionen.
  • Die Kommunikation mit Investoren wird Teil des Wertversprechens. Hochwertiges Feedback und ein professioneller Umgang stärken den Ruf auf lange Sicht.
  • Die kaufmännische Prüfung setzt früher ein. Kapitaleffizienz, die Qualität der Marktresonanz und Disziplin im Reporting gelten als zentrale Kriterien der Due Diligence.

KI verstärkt ihren Griff auf Venture Capital

  • KI bindet weiterhin einen überproportionalen Anteil an Aufmerksamkeit und Kapital im Venture-Geschäft.
  • Die Größe der KI-Runden verändert die Wahrnehmung im Markt. Megafinanzierungen werden zum Bezugspunkt für den Gesamtmarkt.
  • Diese Konzentration erzeugt zugleich ein strategisches Spannungsfeld. Je stärker sich Kapital um KI ballt, desto deutlicher können sich Gelegenheiten außerhalb von KI abheben.
  • KI ist nicht nur ein Investmentthema, sondern wird auch zur Betriebsschicht in den Abläufen des Venture-Geschäfts, von der Recherche über die Beobachtung bis zur Bewertung.
  • Die nächste Diskussion reicht über Copiloten hinaus zu agentenbasierter KI, physischer KI, vertrauenswürdiger KI und dienstleistungsgetriebenen Automatisierungsmodellen.

Venture Capital wird zum Softwaregeschäft

  • Der moderne VC-Stack wächst über Sourcing, CRM, Portfoliobetreuung, Fondsbetrieb, juristische Abläufe und Recherche hinweg.
  • Rund um die Entscheidungsunterstützung entstehen neue Produkte. Die KI-gestützte Bewertung von Pitch-Decks und ein angereichertes Deal-Tracking werden Teil des Instrumentariums.
  • Wissen wird offensiver zu Produkten gemacht. Newsletter, kurze Formate und öffentliche Wissensangebote dienen als skalierbare Verteilkanäle.
  • Auch das Instrumentarium für Gründer wird reichhaltiger. Werkzeuge zur Investorensuche, Beispiele für LP-Decks und Übersichten zu Family Offices deuten auf eine reifende Infrastrukturebene hin.
  • Der Wettbewerbsvorteil geht über das Netzwerk allein hinaus. Datenqualität, die Gestaltung der Abläufe und eine systematische Verbreitung von Wissen gewinnen an Gewicht.

Partnerschaften und Züge im Ökosystem gewinnen an Gewicht

  • Die Partnerschaft von Databricks mit STATION F und der Aufbau eines eigenen EMEA-Startup-Teams stechen als vielsagender Schritt im Ökosystem hervor.
  • Die Partnerschaft von Cuantico VP mit Dealflow LatAm spiegelt die wachsende Nachfrage nach strukturierten und regelmäßigen regionalen Deal-Informationen.
  • Day Zero by OPUS zeigt den anhaltenden Schwung beim Aufbau eines Pre-Seed-Ökosystems, das Sichtbarkeit, Zugang und Unterstützung für Gründer verbindet.
  • Der Venture Intelligence Day in Berlin rückt eine wachsende operative Ebene im Venture-Geschäft in den Blick, die sich auf Portfoliodaten, Fondsbetrieb und Entscheidungsinfrastruktur richtet.
  • Die NVIDIA GTC tritt ebenfalls als Plattform des Venture-Ökosystems auf; Investoren nutzen sie, um Portfoliounternehmen sichtbar zu machen und Gründer zu treffen.

Europa gewinnt an Schwung, doch Lücken beim Skalieren bleiben

  • Europa wird als aktiver und ehrgeiziger dargestellt als in früheren Zyklen, mit mehr Tiefe in der Frühphase und besserer Stimmung.
  • Deep Tech bleibt eine klare Stärke. Es gilt zunehmend als einer der glaubwürdigsten Wertpools im europäischen Venture-Geschäft.
  • Die wichtigste strukturelle Schwäche bleibt das Kapital für späte Phasen. Ein bedeutender Teil der Wachstumsfinanzierung kommt weiterhin von außerhalb Europas.
  • Rechtliche und politische Gestaltung rücken näher an das Zentrum der Debatte. EU Inc wird als bedeutsamer Versuch der Vereinfachung dargestellt.
  • Die grundsätzliche Kritik bleibt bestehen. Zersplitterung, Komplexität, Abhängigkeit von Subventionen und eine schwache Basis privater LPs begrenzen Europas Kraft zum Skalieren weiterhin.
  • Das strategische Gespräch dreht sich weniger um mehr Kapital und mehr um bessere Systeme, schnellere Rechtsformen und tragfähigere Wege zum Scale-up.

Die Kapitalbildung reicht über klassische Häuser hinaus

  • Das Modell des Solo-GP gilt zunehmend als gangbarer Standardweg und nicht mehr als Nischenformat.
  • Neue Fonds starten weiterhin in Fintech-KI, Deep Tech für Verteidigung, Klima und B2B-Software.
  • Family Offices bleiben für neue Fondsmanager ein bedeutender, oft aber zu wenig genutzter Pool an LPs und Beziehungen.
  • Corporate Venture Capital wird stärker als strategischer Motor verstanden und weniger als randständiges Innovationsvehikel.
  • Auch öffentlich-private Kapitalmodelle werden wieder sichtbarer, besonders für langfristige Felder wie Kernkraft, Fusion und Krebsforschung.

Die Aufmerksamkeit der Sektoren richtet sich auf strategische Technologien

  • Deep Tech bleibt eines der Felder mit der stärksten Überzeugung, vor allem bei KI, Rechenleistung, Verteidigung, Robotik, Raumfahrt, Energie und rechnergestützter Biologie.
  • Robotik für Verteidigung und Sicherheit entwickelt sich zu einem besonders starken Ziel für Kapital, wobei Drohnen als wichtiger Wachstumstreiber hervorgehoben werden.
  • Medtech wird disziplinierter bewertet, wobei die Kapitaleffizienz stärker ins Gewicht fällt.
  • Die Geschäftsmodelle im Biotech stehen unter Druck, da weniger Unternehmen Finanzierung erhalten und die Bewertungszyklen anspruchsvoller werden.
  • Roll-up-Strategien stoßen in Europa auf stärkeres Interesse, besonders dort, wo KI die operative Hebelwirkung erhöhen kann.
  • Corporate Venture gewinnt auch in der branchenspezifischen Innovation an Bedeutung; das deutet auf engere Verbindungen zwischen etablierten Unternehmen und Startups hin.

Die regionale Dynamik wird ungleichmäßiger

  • Die USA dominieren weiterhin bei der Größe, vor allem über große KI-Runden.
  • Europa verbessert sich beim Schwung in der Frühphase und bei der Bedeutung von Deep Tech, tut sich aber weiterhin schwer damit, die Eigentümerschaft an späteren Gewinnern zu halten.
  • Frankreich wird als herausragender Markt mit einem sehr starken Quartal hervorgehoben, auch wenn sich das Kapital weiter auf größere Runden konzentriert.
  • Miami wird als glaubwürdiger Venture-Standort dargestellt und nicht als vorübergehende Erzählung.
  • Israel hat sich nach dieser Darstellung zu einem stärker konzentrierten, von Insidern geprägten Markt gewandelt und ist nicht zu einer breiten Dynamik zurückgekehrt.
  • Lateinamerika erscheint in dieser Auswahl vor allem über eine stärkere Infrastruktur für Deal-Informationen und nicht über einen breiten Finanzierungsschub.

Inklusion verbessert sich, die Verteilung bleibt ungleich

  • Von Frauen gegründete Unternehmen erreichten 2025 Rekordwerte bei der Finanzierung und einen Rekordanteil am Wert der US-Venture-Deals.
  • Die positive Schlagzeile hat Grenzen. Das Kapital bleibt auf wenige, größere Runden konzentriert und verteilt sich häufig einseitig auf ausgewählte Themen und Regionen.
  • Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bleibt ein aktuelles Thema, sowohl bei Gründern als auch bei Fondsmanagern.
  • Gemeinschaftsbasierte Unterstützungsstrukturen werden sichtbarer, darunter Investorennetzwerke und Peer-Ökosysteme für unterrepräsentierte Gründer.
  • Die Richtung stimmt, doch die Verteilung im Markt bleibt ungleich.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 13/ 14 mit dem Best of LinkedIn zu Venture Capital:

→ 72 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 35 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen