Best of LinkedIn: Venture Capital KW 17/ 18
Im Betrachtungszeitraum zeigt sich ein Markt, der sich in den Gesamtzahlen erholt, nicht aber in der Breite. Kapital fließt überproportional in KI, Deeptech, Secondaries und große Fonds, während Gründer auf strengere Prüfungen, klarere Nachweispflichten und deutlichere regionale Unterschiede treffen. Das deutlichste Signal lautet nicht „VC ist zurück“, sondern dass Venture Capital konzentrierter, datengetriebener und selektiver wird.
Datum
May 7, 2026
Venture Capital
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Digital Products & Services KW 17/ 18 zusammen:

Marktdynamik und Kapitalkonzentration

  • Die Venture-Aktivität wirkte in den Gesamtzahlen stark, doch der Markt wurde immer kopflastiger.
  • Megadeals und führende KI-Unternehmen banden einen überproportionalen Anteil des Kapitals.
  • Große Fonds sammelten den Großteil des neuen Kapitals ein, während kleinere Fonds strukturell benachteiligt blieben.
  • LPs blieben gegenüber aufstrebenden Managern zurückhaltend, wegen begrenzter Prüfkapazitäten, persönlicher Karriererisiken und der Vorliebe für etablierte Adressen.
  • Klar formulierte Werte eines Fonds wurden zu einem stärkeren Hebel bei der Gewinnung von LPs, weil sich Allokationsentscheidungen damit leichter begründen ließen.

Fundraising-Playbook für Gründer

  • Die Erzählungen beim Fundraising wurden einfacher. Die Bezeichnung der Runde zählte weniger als die Verwendung des Kapitals.
  • Investoren erwarteten stärkere Nachweise, Vorbereitung auf die Due Diligence und eine marktspezifische Positionierung.
  • Vorab aufgesetzte Datenräume wurden für Gründer, die eine neue Runde vorbereiteten, zum Wettbewerbsvorteil.
  • Aus Kundenumsätzen finanzierte Wege gewannen an Bedeutung, wo Venture Capital nicht das passende Instrument war.
  • Fundraising galt als Tausch gegen Tempo und Zeit, nicht als Bestätigung von außen.

KI, vertikale Software und Power Laws im Venture-Geschäft

  • Vertikale KI entwickelte sich zum klarsten Investmentthema bei Software für fachspezifische Arbeitsabläufe.
  • KI-Chancen bündelten sich im Investmentbanking, im Rechtsbereich, im Kundenservice und in den Revenue Operations.
  • Der stärkste Schutz im KI-Geschäft lag nicht mehr in den Modellen, sondern in eigenen Daten, in der Tiefe der Arbeitsabläufe und in der Kundenbindung.
  • Die Einführung von KI in Unternehmen verlagerte sich vom Experiment zum bezahlten Einsatz.
  • KI begann zudem, die Abläufe im VC-Geschäft zu verändern, von der Vorprüfung der Pitches bis zum Betrieb von Portfolio und Fonds.

Europa, Kapital für Scale-ups und regionale Wettbewerbsfähigkeit

  • Europas strategisches Problem lag nicht mehr bei der Gründung von Startups, sondern beim Kapital für Scale-ups.
  • Öffentliche Initiativen galten als positiv, ohne schnelleres und größeres Handeln des privaten Marktes aber als nicht ausreichend.
  • Die zu geringe Allokation der Pensionsfonds blieb eine strukturelle Bremse für europäisches Venture Capital und für die Klimafinanzierung.
  • Deutschland zeigte Stärke bei Seed-Investments und in der KI-Robotik, kämpfte aber weiter mit einer massiven Finanzierungslücke zwischen den Geschlechtern.
  • Polens VC-Markt verbesserte sich, doch der Übergang von Seed zu Series A blieb ein spürbarer Engpass.

Deeptech, Klima, Verteidigung und Halbleiter

  • Deeptech wandelte sich im europäischen Venture Capital vom Nischenthema zur strukturellen Allokationspriorität.
  • KI, Verteidigung, Sicherheit, Resilienz und Raumfahrt zogen mehr Aufmerksamkeit der Investoren auf sich.
  • Auf Halbleiter spezialisiertes Kapital wurde sichtbarer, weil Hardware-Gründer bei generalistischen VCs weiterhin zu wenig Beachtung fanden.
  • Klima-VC blieb aktiv, doch die Finanzierung blieb unter dem Volumen, das die Transformation erfordert.
  • Im Hard Tech war Kapital vorhanden, knapp wurden dagegen Spitzenkräfte und eine glaubwürdige Umsetzung.

Hotspots nach Branchen

  • Krypto-VC zeigte trotz breiter Schwankungen wieder Widerstandskraft.
  • Prognosemärkte und Stablecoins wurden als wesentliche Treiber des wiedererwachten Interesses der Krypto-Investoren hervorgehoben.
  • Gaming-VC schrumpfte insgesamt, spezialisierte Fonds blieben in frühen Runden jedoch aktiv.
  • Saudi-Arabien blieb ein zentraler VC-Markt der MENA-Region, wobei Gaming besonders hervortrat.
  • Cannabis, Wellness, Konsumgüter und Handel zeigten eine selektive, aber sichtbare Finanzierungstätigkeit.

Neue Fonds, Vehikel und strategisches Kapital

  • Der neue Fonds von Earlybird bekräftigte das anhaltende Interesse an KI-Infrastruktur und an Gründern angewandter KI.
  • Der neue Corporate-Venture-Fonds von BMW zeigte, dass strategisches CVC trotz allgemeiner Rückzüge aktiv bleibt.
  • Die australischen Investments von Peak XV deuteten auf mehr grenzüberschreitende Kapitalflüsse im APAC-Raum hin.
  • Healthcare-VC bewegte sich weiter hin zu spezialisierteren und hybriden Strukturen nach dem Vorbild von Private Equity.
  • Die Unterscheidbarkeit eines Fonds hing zunehmend davon ab, wie er Deals findet, welche mediale Reichweite und welche Plattformunterstützung er bietet und wie klar seine Erzählung gegenüber LPs ausfällt.

Produkte, Tools und Wissensangebote

  • Der VC Term Sheet Guide von HSBC Innovation Banking stach als wichtiger Beitrag zur Transparenz im britischen Venture-Markt hervor.
  • Der Leitfaden hob KI, die Erholung in späten Phasen, den Optimismus der Investoren und die Rolle der Förderung über EIS und VCT hervor.
  • Der VC-Lehrplan von Harlem Capital bot ein breites Lernangebot zu Dealsuche, Due Diligence, Bewertung und Exits.
  • Das Verzeichnis der VC-Secondaries spiegelte die Professionalisierung der Liquidität in Privatmärkten wider.
  • Der Bericht State of AI 2026 von SenseAI lieferte einen strukturierten Blick auf KI-Investitionen und die Einführung in Unternehmen.

Liquidität, Exits und Secondaries

  • Liquidität blieb das zentrale ungelöste Problem im gesamten Venture Capital.
  • Secondaries wirkten zunehmend als alternativer Exit-Markt, während die Erholung des IPO-Geschäfts unsicher blieb.
  • VC-Secondaries gewannen an Bedeutung, weil LPs nach Ausschüttungen jenseits von Börsengängen suchten.
  • Längere Fondslaufzeiten und langsamere Ausschüttungen erhöhten den Druck zu Verkäufen am Sekundärmarkt.
  • Bei der Exit-Strategie ging es weniger um den Zeitpunkt eines Börsengangs als um die Steuerung der Liquidität im Portfolio.

Diversität, Fachkräfte und Qualität der Gründer

  • Die Finanzierungslücke zwischen den Geschlechtern blieb gravierend, besonders für von Frauen gegründete Startups in Deutschland und Europa.
  • Die Sichtbarkeit von Gründerinnen verbesserte sich durch Auszeichnungen und Initiativen im Ökosystem, die Verteilung des Kapitals blieb jedoch ungleich.
  • Persönliche Empfehlungen blieben bei finanzierten VC-Deals von großer Bedeutung.
  • Die Qualität von Gründern wurde an Mission, Integrität, dem Denken von den Grundprinzipien her und Resilienz festgemacht.
  • Der Markt belohnte Gründer, die Ambition mit disziplinierter Umsetzung verbanden.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 17/ 18 mit dem Best of LinkedIn zu Venture Capital:

→ 72 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 35 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen