Best of LinkedIn: Venture Capital KW 25/ 26
Im Mittelpunkt des VC-Geschehens stand in den vergangenen zwei Wochen Disziplin, nicht Überschwang. Gründer waren gefordert, Fundraising neu an Meilensteinen, an der Qualität des Kapitals und an der Passung zum Investor auszurichten. Investoren konzentrierten sich auf Spezialisierung, Zugang, Liquidität und Branchentiefe, während KI, Klima, Biotech und regionale Ökosysteme die Allokationsprioritäten neu ordneten.
Datum
July 2, 2026
Venture Capital
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Venture Capital KW 25/ 26 zusammen:

Fundraising und Kapitalstrategie von Gründern

  • Das Fundraising im Pre-Seed verlagerte sich hin zu einer Planung von den Meilensteinen her, statt möglichst viel Kapital aufzunehmen.
  • Die Qualität des Term Sheets, die Passung zum Partner und die Tiefe der Beziehung zum Investor zählten mehr als eine gut aussehende Bewertung.
  • Die Pitch-Strategie wurde technischer, weil KI-gestützte Vorauswahl und Fehler im Deck die Wahrnehmung der Investoren prägten.
  • Gründern wurde geraten, die Ansprache zu verbreitern, Beziehungen zu pflegen und eine Absage als Frage des Zeitpunkts zu behandeln.
  • Profitabilität, Margen und der Vermögensaufbau der Gründer stellten den Statuswert großer VC-Runden infrage.

Auflage von VC-Fonds und Unterscheidbarkeit der Manager

  • Die Auflage eines Fonds wirkte zugänglicher, weil kleine erste Closings und Startprogramme die Einstiegshürden senkten.
  • Die Begeisterung für neue Fonds ging mit Warnungen vor schwacher Performance einzelner Jahrgänge und vor unerfahrenen Managern einher.
  • Spezialisierte Fonds gewannen an Bedeutung, weil sich die Breite generalistischer Ansätze schwerer begründen ließ.
  • Zugang, Netzwerkdichte und disziplinierte Auswahl galten als stärkere Vorteile als Kapital allein.
  • Als starke Manager galten jene, die auch in Abschwüngen liefern, nicht jene mit Buchgewinnen aus Boomphasen.

Marktstruktur und Liquiditätsdruck

  • Der Markt wirkte zunehmend K-förmig. Spektakuläre Runden verdeckten, dass der Zugang für viele Gründer schwieriger wurde.
  • Die Verengung bei der Series A zeigte, dass der Weg von der frühen Bestätigung zur institutionellen Größe härter wurde.
  • Liquidität blieb eine zentrale Beschränkung, bei länger laufenden Portfolios, in der Biotech-Finanzierung und in der Exit-Planung.
  • Secondaries und strukturierte Liquiditätslösungen gewannen an Bedeutung, weil Portfolios länger bis zur Reife brauchten.
  • Die Renditelogik im VC wurde schärfer geprüft, gemessen an Alternativen an den öffentlichen Märkten, an Gebühren und an fehlender Handelbarkeit.

Verschiebungen bei den Investments nach Branchen

  • Die Allokation in KI reichte über die reine Leistungsfähigkeit hinaus und richtete sich auf Steuerungsebenen, Infrastruktur und große strukturierte Runden.
  • Finanzierungslücken im Deep Tech blieben sichtbar, besonders bei Europas Fähigkeit, kapitalintensive Unternehmen zu skalieren.
  • Climate Tech zeigte starke Dynamik, für die Skalierung braucht es jedoch weiterhin einheitliches und weniger risikoscheues Kapital.
  • Die Biotech-Finanzierung blieb auf bewertete VC-Runden angewiesen, da Börsengänge und andere Liquiditätswege eng blieben.
  • Startups aus Verteidigungstechnik und Raumfahrt machten den Bedarf an Kapitalmodellen jenseits klassischer VC-Regeln deutlich.

Signale aus regionalen Ökosystemen

  • Europa wurde als reifer und wettbewerbsfähiger dargestellt, mit London, Berlin, Paris und den nordischen Ländern als Zentren der Landkarte.
  • Die große Deep-Tech-Runde in Deutschland machte sowohl die Ambition als auch die strukturellen Finanzierungslücken für Scale-ups sichtbar.
  • Die Dynamik in der MENA-Region hielt an, doch Kapital für späte Phasen und die Tiefe des Exit-Marktes blieben begrenzende Faktoren.
  • Katar, Oman und Griechenland zeigten den Willen zum Aufbau von Ökosystemen, über Strategien für das KI-Zeitalter, über Co-Investments und über die Positionierung als regionale Hubs.
  • Australiens VC-finanziertes Ökosystem stach als wachstumsstarker Markt mit zunehmender globaler Bedeutung hervor.

 

Alternatives Kapital und Verhalten der LPs

  • Family Offices galten als geduldige Eigentümer, denen eine abgestimmte Governance wichtiger ist als exitlastige Erzählungen.
  • Stiftungsvermögen und universitätsnahes Kapital bekräftigten den Wert langfristiger Venture-Beteiligungen.
  • Projektfinanzierung rückte als alternatives Modell für unabhängige Spieleentwickler in den Blick.
  • In den Diskussionen zu Cleantech stand die Abstimmung über den gesamten Kapitalstapel im Vordergrund, nicht eine Finanzierung allein über Venture Capital.
  • Ranglisten der Investoren fielen je nach Zahl und Wert der Deals unterschiedlich aus. Das zeigt, dass sich Einfluss über Kapital nicht eindimensional messen lässt.

Operative Konsequenzen für Gründer und Investoren

  • Gründer brauchen eine schärfere Meilensteinlogik, sauberere Unterlagen und ein bewussteres Vorgehen bei der Auswahl passender Investoren.
  • VC-Manager brauchen eine klarere Spezialisierung, besseren Zugang und greifbarere Wertschöpfung.
  • Ökosysteme brauchen abgestimmtes Kapital für späte Phasen, Wege zur Liquidität und institutionelle Tiefe.
  • Branchenspezialisierte Investoren müssen Kapitalstrukturen an infrastrukturlastige, regulierte und wissenschaftsgetriebene Märkte anpassen.
  • Das deutlichste Marktsignal ist der Übergang von der Verfügbarkeit des Kapitals hin zu seiner Qualität, Struktur und Passung.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 25/ 26 mit dem Best of LinkedIn zu Venture Capital:

→ 72 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 37 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen