Best of LinkedIn: Cloud Insights KW 17/ 18
Ein Thema beherrschte die Cloud-Diskussion der vergangenen zwei Wochen: Souveränität wird zum praktischen Kaufkriterium, nicht bloß zur politischen Ambition. Beschaffungen der öffentlichen Hand, neue Standards, Partnerschaften der Anbieter und Schritte bei der KI-Infrastruktur zeigen einen Markt, der sich von breiter Positionierung zu messbarer Kontrolle, klarem Rechtsraum und operativer Resilienz entwickelt.
Datum
May 5, 2026
Cloud Insights
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Cloud Insights KW 17/ 18 zusammen:

Souveräne Cloud & Beschaffung

  • Cloud-Entscheidungen auf EU- und nationaler Ebene führten Souveränität aus der politischen Debatte in konkrete Beschaffung, Standards und Anbieterauswahl.
  • Aktivitäten des öffentlichen Sektors rund um STACKIT, OVHcloud, AWS European Sovereign Cloud, Oracle, Azure Local und Google Cloud zeigten eine steigende Nachfrage für regulierte Workloads.
  • Frankreichs geplante Abkehr von US-Software und die niederländische Vereinbarung mit STACKIT signalisierten ein stärkeres operatives Augenmerk auf Rechtsraum, Kontrolle und Resilienz.
  • Das auf Eis gelegte deutsche Projekt für eine souveräne Cloud machte Umsetzungsrisiken sichtbar, wenn rechtliche Einwände, Interessen der Hyperscaler und Ambitionen des öffentlichen Sektors aufeinandertreffen.

Europäische Cloud-Anbieter

  • STACKIT gewann an Sichtbarkeit durch den Zugang zum niederländischen öffentlichen Sektor, die Relevanz bei der niederländischen Zentralbank und die Anbieterauswahl der Europäischen Kommission.
  • OVHcloud festigte seine Rolle als europäische Infrastrukturoption für sensible Workloads im öffentlichen Sektor und in regulierten Bereichen.
  • Schwarz Digits, MISD, whitesky.cloud, Celestical Cloud, WAYSCloud und polnische Initiativen für souveräne KI zeigten eine breitere europäische Anbieterlandschaft.
  • Größe, Entwicklererfahrung und der Reifegrad des Ökosystems blieben die zentralen Engpässe gegenüber den US-Hyperscalern.

Souveränitätsstrategien der Hyperscaler

  • Die AWS European Sovereign Cloud blieb durch OpenText, Sumo Logic und die Darstellungen zur Investition in Portugal präsent.
  • Google Cloud positionierte sich über das C3A-Rahmenwerk des BSI, die Zusammenarbeit mit SAP und sichere, souveräne Cloud-Funktionen mit KI.
  • Oracle beschrieb Souveränität über architektonische Geschlossenheit und operative Unabhängigkeit statt über zersplitterte Cloud-Modelle.
  • Microsofts Azure Local galt als Weg, eine souveräne Private Cloud für regulierte Workloads zu skalieren.

Standards & Vertrauensrahmen

  • Die Aktualisierung C5:2026 des BSI erhöhte die Sicherheitserwartungen bei Post-Quantum-Kryptografie, Confidential Computing und Anforderungen an die Lieferkette.
  • Das C3A-Rahmenwerk des BSI rückte Verfügungsgewalt, Kontrolle und Resilienz unter Belastung stärker in den Blick.
  • Der europäische Standard ES³ stellte Souveränität in der Lieferkette als prüfbare Anforderung dar und nicht als Marketingversprechen.
  • Die Definitionen von Souveränität rückten Eigentum, Governance, Schlüssel zur Verschlüsselung, Rechtsraum und operative Kontrolle in den Vordergrund.

Souveräne KI & Cloud-Infrastruktur

  • Die Industrial AI Cloud der Telekom in München mit 10.000 GPUs signalisierte eine stärkere europäische Ambition bei groß angelegter KI-Infrastruktur.
  • Google Cloud und SAP betteten Gemini in Unternehmensprozesse ein und verbanden die KI-Cloud mit der Modernisierung des Kerngeschäfts.
  • AWS Bedrock AgentCore rückte Anwendungsfälle agentenbasierter KI für FinOps und das Management von Cloud-Kosten in den Vordergrund.
  • NTT DATA und AWS verbanden agentenbasierte KI mit einer von Grund auf souveränen Architektur und einem messbaren Return on Investment.

Open Source & Portabilität

  • Open Source galt als tragende Säule für Souveränität, Portabilität und weniger Vendor Lock-in.
  • Untersuchungen machten zudem verborgene Abhängigkeiten in Open-Source-Ökosystemen sichtbar, besonders bei globalen Communities und der Infrastruktur.
  • Red Hat verband Open Source, Politik und vertrauenswürdige KI mit Europas Agenda für souveräne Technologie.
  • Colt, Scaleway und WAYSCloud bekräftigten die Rolle von Multi-Cloud und von Architekturen ohne Lock-in.

Sicherheit & regulierte Workloads

  • Öffentlicher Sektor, Verteidigung, Finanzdienstleister, Rechtsdienstleistungen und nationale Infrastruktur blieben zentral für die Nachfrage nach souveräner Cloud.
  • Datenschutzbedenken in den Niederlanden zu Bürgerdaten auf US-Cloud-Infrastruktur unterstrichen wachsende Datenschutzrisiken auf Vorstandsebene.
  • Einstellungssignale im Verteidigungsumfeld der Cloud verwiesen auf eine stärkere Nachfrage nach sicherer, souveräner und KI-fähiger einsatzkritischer Infrastruktur.
  • Noxtua und Midpage zeigten, dass eine souveräne europäische Cloud spezialisierte Anwendungsfälle einzelner Branchen wie KI im Rechtsbereich tragen kann.

Cloud-Betrieb & Modernisierung der Plattformen

  • Die tag-basierte Cache-Invalidierung von CloudFront verbesserte den Cloud-Betrieb und verringerte den funktionalen Abstand zu Wettbewerbern im Edge-Bereich.
  • Die Automatisierung der Oracle Database zeigte Fortschritte bei KI-gestütztem Betrieb, CrossPlane und der Automatisierung des OCI-Lebenszyklus.
  • Die Auswahl des ERP galt als langfristiges Skalierungsrisiko für Plattformgeschäfte und die Cloud-Transformation.
  • FinOps, Datenbankautomatisierung, Cache-Invalidierung und die Skalierbarkeit von ERP blieben unterhalb der Souveränitätsdebatte relevant.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 17/ 18 mit dem Best of LinkedIn zu Cloud Insights:

→ 70 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 36 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen