Best of LinkedIn: Sustainability & Green ICT KW 22/ 23
Die Debatte um Green ICT ließ in den vergangenen zwei Wochen abstrakte Nachhaltigkeitszusagen hinter sich und wandte sich den harten Grenzen hinter dem Wachstum von KI zu: Energie, Wasser, Kühlung, Fläche, Materialien und Messung. Deutlich erkennbar ist dabei vor allem eines: Nachhaltige KI wird zu einer Disziplin aus Infrastruktur, Governance und Engineering, nicht zu einem Kommunikationsthema.
Datum
June 12, 2026
Sustainability & Green ICT
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Sustainability & Green ICT KW 22/ 23 zusammen:

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KI-Infrastruktur und Ressourcendruck

  • Der ökologische Fußabdruck von KI bestimmte die Diskussion. Immer wieder ging es um Strombedarf, Wasserverbrauch, Kühlbedarf und CO2-Wirkung.
  • Die Debatte ging über die Leistung der Modelle hinaus und richtete sich auf die physischen Kosten jedes Prompts, jeder Abfrage, jedes Agenten und jedes automatisierten Workflows.
  • Mehrere Beiträge stellten die Vorstellung infrage, digitale Aktivität sei gewichtslos, und verwiesen darauf, dass ineffiziente KI-Nutzung realen Infrastrukturbedarf erzeugt.
  • Die wichtigste strategische Botschaft: Nicht jede Aufgabe braucht ein LLM, und ein klügeres Routing von KI-Anfragen kann unnötigen Energie- und Wasserverbrauch senken.
  • Das Wachstum der Rechenzentren gilt zunehmend als Herausforderung für Klima, Stromnetz und Standortwahl, nicht nur als Ausbau von Technik.
  • Der Wandel durch KI wird außerdem als gesellschaftliche Fähigkeitsfrage beschrieben, die menschliche Infrastruktur, Governance und praktische Kompetenz verlangt.

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Rechenzentren, Kühlung, Wasser und Strom

  • Die Kühlung von Rechenzentren war ein zentrales Thema. Geschlossene Kreisläufe galten als nützlich, aber nicht als ausreichend, solange die Wärme weiterhin irgendwo abgeführt werden muss.
  • Mehrere Beiträge stellten die Darstellung eines wasserfreien Betriebs infrage und betonten, dass der Standort zählt, wenn neue Anlagen in wasserarmen Regionen entstehen.
  • Die Wasserintensität wurde wiederholt mit dem Wachstum von KI verknüpft. Kritisch hinterfragt wurde, ob Ausgleichsprojekte der Big-Tech-Konzerne und Wasserprojekte in der Landwirtschaft vom eigentlichen Bedarf der Rechenzentren ablenken.
  • Wärmerückgewinnung, Meerwasserkühlung und alternative Architekturen treten als Gestaltungsprioritäten der nächsten Generation stärker hervor.
  • Das schwimmende, von Meereswellen gespeiste Rechenzentrum in Norwegen stach als Infrastrukturbeispiel hervor und verbindet erneuerbaren Strom mit einer Kühlung durch Meerwasser.
  • Das bereits betriebene Unterwasser-Rechenzentrum vor der Küste Chinas war ein weiteres bemerkenswertes Infrastruktursignal und zeigt, dass jenseits klassischer Anlagenkonzepte experimentiert wird.
  • Die in Schottland geplanten grünen KI-Hyperscale-Rechenzentren „The Stoics“ und der energiezentrierte Infrastrukturansatz von Crusoe zeigen, dass die Strombeschaffung zu einem strategischen Unterscheidungsmerkmal wird.
  • Geothermie galt als saubere, durchgehend verfügbare Grundlastoption, die sich besonders für den Strombedarf von Rechenzentren eignet.

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Partnerschaften der Big-Tech-Konzerne und Infrastrukturinnovation

  • Das wichtigste Signal bei den Partnerschaften war die Data Center Innovation Initiative, getragen von Amazon, Google, Meta und Microsoft.
  • Die von den Technologiekonzernen unterstützte Initiative von Elemental Impact will Startups finanzieren und skalieren, die Rechenzentren nachhaltiger machen.
  • Mit dem Beitritt von Google zu Amazon, Meta und Microsoft bestätigte sich, dass die Nachhaltigkeit von Rechenzentren von einzelnen Unternehmensprogrammen zu gemeinsamem Handeln im Ökosystem übergeht.
  • Die weiterführende Kommunikation von Microsoft deutet darauf hin, dass die Initiative zu einer strategischen Plattform wird und nicht bei einer einmaligen Ankündigung bleibt.
  • Beim Thema Partnerschaften zeigt sich ein klares Bild: Hyperscaler bewegen sich in vorgelagerte Innovationsökosysteme, weil sich die Grenzen der KI-Infrastruktur nicht allein durch interne Optimierung auflösen lassen.

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Standards, Messung und Transparenz

  • Die Messung wird zum Betriebssystem von Green ICT.
  • Der Standard Software Water Intensity erwies sich als wichtige Entwicklung. Er überträgt die Logik CO2-bewusster Software auf wasserbewusste Software.
  • Über Software Carbon Intensity finden CO2-Kennzahlen Eingang in Observability-Frameworks. Nachhaltigkeit rückt damit näher an den täglichen Engineering-Betrieb.
  • Dass Salesforce seine AI Model Cards um standardisierte Kennzahlen zur Umweltwirkung erweiterte, war ein bemerkenswerter Schritt bei Produkt und Transparenz.
  • Der Bedarf an einheitlicher Nachhaltigkeitsberichterstattung für Rechenzentren blieb ein wiederkehrendes Thema, vor allem bei der Bilanzierung nach Scope 2 und bei vergleichbaren Umweltangaben.
  • Die europäische Regulierungsdebatte drehte sich um Transparenz beim Energieverbrauch. Sorge bereiteten Regeln, die den Verbrauch einzelner Anlagen weiterhin verborgen lassen könnten.
  • Die strategische Richtung ist eindeutig: Nachhaltigkeitsaussagen verlieren an Wert, solange sie nicht messbar, prüfbar und im Betrieb verankert sind.

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Green Software und Eco-Design kommen in der Umsetzung an

  • Green Software Engineering gilt zunehmend als Grundanforderung in Unternehmen, getrieben vom Energiebedarf der KI und vom wachsenden Druck auf die Cloud-Infrastruktur.
  • Praktische Maßnahmen bleiben wichtig: ungenutzte Daten löschen, grünes Hosting wählen, die Lebensdauer der Hardware verlängern und schlankere digitale Dienste gestalten.
  • Green Cloud Computing wurde über energieeffiziente Rechenzentren, die Optimierung von Workloads und verantwortungsvolle Infrastrukturentscheidungen beschrieben.
  • Die Green Code Initiative fiel mit ihrer Goldauszeichnung bei der IT Night 2026 und mit quelloffenen Werkzeugen für Eco-Design auf.
  • Die Green Code Challenge zeigte die Dynamik unter Entwicklern, mit Open-Source-Beiträgen und einem in Kotlin gebauten Sonar-Creedengo-Plugin für Android.
  • Auf der JNation wurde gezeigt, dass sich der Energieverbrauch von Anwendungen auf Methodenebene messen lässt. Zugleich wurde betont, dass graue Emissionen Teil der Nachhaltigkeitsbetrachtung sein müssen.
  • Die Botschaft, die sich herausbildet: Green ICT geht von Bewusstsein über zu Werkzeugen, Standards und Engineering-Praxis.

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Nachhaltigkeitssoftware und KI-gestützte ESG-Workflows

  • Nachhaltigkeitsteams werden zunehmend als überlastet beschrieben, belastet von fragmentierten Daten und manueller Berichtsarbeit.
  • Neue KI-gestützte Werkzeuge setzen an der Strukturierung von CO2-Daten, an Qualitätsprüfungen, an Audit Trails und an schnelleren Berichtsprozessen an.
  • Report Zero trat mit dem Anspruch an, verstreute Umweltdaten aus Rechenzentren in eine korrekte, prüffähige Berichterstattung zu überführen.
  • Terralyn wurde so dargestellt, dass es die ESG-Berichterstattung auf einen einzigen KI-Prompt mit vollständigem Audit Trail zusammenzieht.
  • Ensogo wurde als KI-native Plattform für Nachhaltigkeitsmanagement hervorgehoben, die über die klassische CO2-Bilanzierung hinausgeht.
  • Razer nutzt Green Software und KI, um Berichtszyklen zu verkürzen, und zeigt damit einen praktischen Unternehmensfall für eine schnellere Umsetzung im Nachhaltigkeitsbereich.
  • Die Bestandsaufnahme von IDC zu Lücken bei Nachhaltigkeitsplattformen bekräftigt den Übergang von der Datensammlung zu handlungsorientierten Systemen.

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Regulierung, Kompetenzen und Aufbau des Ökosystems

  • Das Projekt VISIIRI wurde als konkreter Beitrag zum Green-ICT-Ökosystem hervorgehoben, der Green Software, Rechenzentren, Mobilfunknetze und die Energiemessung in der ICT umfasst.
  • Die Einführung von KI wurde ausdrücklich als ESG-Frage eingeordnet; gescheiterte Pilotprojekte galten als Verschwendung von Energie und Ressourcen.
  • Die Diskussionen zu Futureproof AI verschoben sich von der Frage, ob KI eingesetzt werden soll, hin zu der Frage, wie sie verantwortungsvoll, nachhaltig und mit Governance eingesetzt werden kann.
  • Veranstaltungen wie Green IO Amsterdam, die Zürcher Clinic zu KI und Nachhaltigkeit, das Nachhaltigkeitsevent von Accenture und der SustainableIT Impact Summit zeigen, dass Green ICT zu einem bereichsübergreifenden Thema für Führungskräfte wird.
  • Die Kompetenzagenda weitet sich: Wer künftig handlungsfähig sein will, muss Nachhaltigkeitswissen, KI-Verständnis, Systemdenken und verantwortungsvolle Umsetzung verbinden.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 22/ 23 mit dem Best of LinkedIn zu Sustainability & Green ICT:

→ 71 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 32 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen

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