OMR 2026: KI wurde vom Thema zur Betriebslogik
OMR 2026 wurde als energiegeladener, voller und stark vernetzter Branchenmoment beschrieben, bei dem KI nicht länger als Zukunftstrend galt. Der eigentliche Wandel war praktischer Natur: Marketing, Commerce, Suche, CRM, Medien und Customer Experience werden rund um Agenten, eigene Daten, Vertrauen und direkte Kundenbeziehungen neu gebaut. Zugleich ging es in den prägendsten Beiträgen nicht nur um Technologie. Viele Beiträge führten den persönlichen Kontakt, Glaubwürdigkeit, Community und eine verantwortungsvolle Umsetzung als die eigentlichen Unterscheidungsmerkmale in einem zunehmend automatisierten Markt an.
Datum
May 6, 2026
Special - Marketing
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu OMR 2026 zusammen:

KI als Infrastruktur des Marketings

  • KI entwickelte sich vom Trendthema zur Betriebslogik für Marketing, Commerce, CRM, Medien und Kundenansprache.
  • Agentenbasierte KI galt als nächster Schritt über die Automatisierung von Kampagnen und einzelne Pilotprojekte mit Tools hinaus.
  • Der Wettbewerbsvorteil hängt an sauberen Daten, neu gestalteten Arbeitsabläufen und klaren Zuständigkeiten, nicht allein am Einsatz von KI.
  • Die deutlichsten Signale betrafen die praktische Umsetzung, nicht das Experimentieren oder den allgemeinen Hype.

Suche, Auffindbarkeit & GEO

  • KI-generierte Antworten verändern Sichtbarkeit, Trafficströme und klassische Annahmen im SEO.
  • Marken müssen zunehmend zu vertrauenswürdigen Quellen für KI-Systeme werden, nicht nur zu gut platzierten Seiten in Suchmaschinen.
  • GEO, Offpage-SEO, Erwähnungen und Autoritätssignale gewannen als Eingangsgrößen für die KI-gestützte Auffindbarkeit an Bedeutung.
  • Verlage und Marken stehen zunehmend unter Druck, direkte Kanäle zu stärken und die Abhängigkeit vom Traffic aus der Suche zu verringern.

Agentic Commerce & Kundenansprache

  • In den Diskussionen zum Commerce traten lineare Funnels zurück; im Vordergrund standen KI-gestützte Customer Journeys und dialogorientierte Oberflächen.
  • Der auf Google Gemini basierende Voice Assistant von OTTO machte Voice Commerce zu einem der greifbarsten Produktbeispiele.
  • SAP, Salesforce, Vaillant und Hymer Vision11 verknüpften agentenbasiertes Marketing mit CRM, Kundendaten und Personalisierung.
  • Die Qualität der Produktdaten erwies sich als Voraussetzung für KI-Agenten, die Kunden beraten, führen und zum Abschluss bringen.

Marke, Vertrauen & Authentizität

  • Vertrauen wurde zum strategischen Gegengewicht zu Automatisierung und KI-generierten Inhalten.
  • Glaubwürdigkeit, Reputation und eine menschliche Stimme galten als stärkere Unterscheidungsmerkmale als die reine Reichweite.
  • Authentische Inhalte und sichtbare Fachkompetenz gewannen auf LinkedIn, in Social Media und in der Markenkommunikation an Bedeutung.
  • Stimmen aus Medien und Newsrooms betonten Verifikation, Transparenz und Korrekturstandards als Grundlage für Vertrauen.

Aufmerksamkeit, Medien & Plattformlogik

  • OMR 2026 rückte in den Vordergrund, dass klassisches Denken in Funnels in fragmentierten, algorithmisch geprägten Umgebungen zusammenbricht.
  • TikTok, Creator und von der Community getragene Formate bestätigten Discovery als zentrales Feld im kommerziellen Wettbewerb.
  • Print trat wieder als messbarer Performance-Kanal in Erscheinung, sofern es mit dem CRM und einer Logik des Kundenwerts verknüpft ist.
  • Marketer brauchen zunehmend eine kanalübergreifende Orchestrierung der Journey statt einer isolierten Mediaplanung.

Highlights bei Produkten & Aktivierungen

  • OTTO zeigte einen auf Gemini basierenden Voice Assistant, der das Einkaufen in ein geführtes Gespräch verwandelt.
  • SAP präsentierte KI-gestützte Customer Journeys über Erlebnisformate wie SAP Club und SAP Court.
  • Microsoft Advertising rückte KI, Microsoft Clarity, Copilot und die künftige Auffindbarkeit von Marken in den Vordergrund.
  • AuraVeo und Deloitte führten KI-gestützte Verpackungs- und Produkterlebnisse als interaktive Schnittstellen zur Marke vor.

Partnerschaften & Ökosysteme

  • OMR diente als Plattform des Ökosystems für Zusammenarbeit, Sichtbarkeit von Partnern und Positionierung im Markt.
  • OTTO und Google stachen mit einer konkreten Partnerschaft für Voice Commerce auf Basis von Gemini hervor.
  • SAP, Emarsys, Salesforce, Vaillant und Hymer Vision11 verbanden Partnerschaften mit Anwendungsfällen für eine agentenbasierte Kundenansprache.
  • TikTok und OMR Reviews zeigten, dass Plattform-Ökosysteme für Marktreichweite und Einfluss weiterhin wichtig sind.

Verantwortung, Datenschutz & digitale Souveränität

  • KI wurde nicht nur als Treiber für das Geschäft diskutiert, sondern auch als gesellschaftliche Herausforderung und als Aufgabe für die Governance.
  • Der Auftritt von Signal rückte Datenschutz, Open Source, Prüfbarkeit und den Widerstand gegen überwachungsbasierte digitale Modelle in den Vordergrund.
  • KI im Verteidigungsbereich und robotische Kriegsführung warfen ethische Fragen zu Automatisierung, Kontrolle und Verantwortung auf.
  • Digitale Souveränität, demokratische Widerstandsfähigkeit und ein verantwortungsvoller Einsatz von KI weiteten die OMR über Marketingtechnologie hinaus.

Eventerlebnis & Marktstimmung

  • OMR 2026 wurde als energiegeladen, voll, laut und inspirierend beschrieben, zugleich aber als überfordernd.
  • Die Teilnehmenden schätzten informelle Gespräche, Side Events und Networking ebenso wie die Inhalte auf den Bühnen.
  • Mehrere Rückblicke stellten infrage, ob größere Stände und lautere Aktivierungen zu echter Veränderung führen.
  • Die wichtigste Erkenntnis des Events sprach für Fokus, Tiefe und Umsetzung statt für Buzzwords und reine Sichtbarkeit.

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