Best of LinkedIn: ICT & Tech Insights KW 23/ 24
Den Ton der vergangenen zwei Wochen gab nicht die Technologieerzählung an, sondern der Druck zur Umsetzung. KI-Agenten, die Bereitschaft bei Quantentechnik, Cyberresilienz, digitale Souveränität und Edge-Infrastruktur rückten allesamt näher an Entscheidungen in Vorstand, Budget, Architektur und Operating Model heran.
Datum
June 19, 2026
ICT & Tech Insights
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu ICT & Tech Insights KW 23/ 24 zusammen:

Cybersecurity, Resilienz und Regulierung

  • KI-Agenten werden zu einer Frage der Verantwortung, denn autonome Systeme können inzwischen Geld bewegen, Zugriffe gewähren und Code ausliefern, ohne direkt vom Menschen gesteuert zu werden.
  • Die Cyber-Governance auf Vorstandsebene löst sich von der bloßen Zuständigkeit für Richtlinien und verlangt namentlich benannte operative Verantwortung für das Verhalten von Agenten, für Eskalation, Grenzen und Abschaltrechte.
  • DORA und NIS2 bleiben zentrale Themen des ICT-Risikos; die Aufmerksamkeit wandert zu praktischen Meldevorlagen, zu den Ursachen von Vorfällen, zu Lieferantenrisiken, Authentifizierung und Änderungskontrolle.
  • Cyberresilienz gilt als wichtiger denn reine Prävention; die Geschwindigkeit der Wiederherstellung hängt von Übung, Krisenroutinen und klarer Kommunikation ab.
  • Die Grundlagen der Sicherheit bleiben eine wiederkehrende Schwachstelle: schwache Passwörter, ungepatchte Systeme, ungesteuerte Zugriffe und verzögert eingeführte Kontrollen.
  • KI-gestützte Bedrohungen beschleunigen die Ausnutzung von Schwachstellen, verkürzen die Zeitfenster für Patches und erhöhen den Druck auf Sicherheitsteams, schneller zu erkennen, zu priorisieren und zu handeln.
  • OT-Cybersecurity rückte durch den Dragos-Schritt von Accenture und die breitere Positionierung rund um die Sicherheit kritischer Infrastruktur in den Mittelpunkt des Marktes.
  • Cyberversicherung wird zu einer Governance-Disziplin; die jährlichen Fragebögen müssen sorgfältig geprüft werden, um Streit im Schadensfall zu vermeiden.

KI-Agenten, Architektur und Operating Models

  • KI entwickelt sich von der Assistenz zur Autonomie und zwingt Unternehmen, Führung, Vertrauensmodelle, Teamstrukturen und Kontrollmechanismen neu zu gestalten.
  • Agentenbasierte KI wird als Thema der Workflow-Architektur dargestellt, nicht als Erweiterung eines Chatbots.
  • RAG, KI-Agenten, MCP und A2A gelten zunehmend als einander ergänzende Schichten in umfassenderen KI-Architekturen.
  • Die wertvollste Arbeit mit KI wendet sich der Szenariomodellierung, der Neugestaltung von Prozessen, der Datenqualität und der Entscheidungsunterstützung zu, nicht allein der Texterzeugung.
  • KI-Sicherheit erzeugt eine neue Lücke bei den Fachkräften zwischen KI-Entwicklung und Cyberteams; gefragt sind Rollen, die sowohl das Verhalten von Modellen als auch Angriffsflächen verstehen.
  • Die Erwartungen an die Software-Delivery richten sich stärker auf präzisere Spezifikationen, klareren Systementwurf und bessere Architektur-Governance.
  • Prompting bleibt als Schnittstelle relevant, während Architektur, Kontrollen und Operating Models zum dauerhafteren Hebel werden.

Quantencomputing und die Post-Quantum-Bereitschaft

  • Quantentechnik rückte deutlich von der Forschungserzählung zur industriellen Umsetzung; im Vordergrund standen Fertigung, Packaging, Lieferketten und Systemintegration.
  • Fördermittel der US-Regierung, die Zusammenarbeit zwischen den USA und Japan, Zusagen von IBM und Investitionen der Privatwirtschaft zeigen, dass Quantentechnik zur strategischen Infrastrukturpriorität wird.
  • Die Post-Quantum-Migration gilt zunehmend als Frage für CFO und Budget, nicht nur als Thema für CIO oder CISO.
  • Die Bereitschaft bei Quantentechnik verlangt, Assets zu erfassen, Systeme zu modernisieren, die Beschaffung zu planen, in Personal zu investieren und die kryptografische Migration zu finanzieren.
  • Die ausgeweitete Zusammenarbeit von HPE mit Anbietern von Quantenhardware und die Quanten-HPC-Demonstration von IQM und HPE zeigen wachsende Dynamik rund um hybride quanten-klassische Architekturen.
  • Atom Computing, Quantinuum, QEC Labs, MIT, die Forschung zu IBM Heron und Q-EDA-Konzepte weisen auf Fortschritte bei logischen Qubits, Fehlerkorrektur, Quantenschaltungen und Chipdesign hin.
  • Die Empfehlungen der Branche laufen darauf hinaus, früh zu experimentieren, statt auf fehlertolerante Quantensysteme zu warten.
  • Die Governance an der Schnittstelle von Quantentechnik und KI bleibt unterentwickelt; zwischen technischer Beschleunigung und globalen Aufsichtsrahmen klafft eine Lücke.

Rechenzentren, Edge und physische Infrastruktur

  • Das Wachstum der KI-Workloads treibt die Architektur von Rechenzentren zu höherer Leistungsdichte, neuen Anforderungen an die Kühlung, modularer Bauweise und verteilter Infrastruktur.
  • Edge Computing gewinnt an Bedeutung, weil latenzempfindliche Anwendungsfälle in KI, IoT, öffentlicher Sicherheit, Telekommunikation, Versorgungswirtschaft und Industrie nicht allein auf zentrale Cloud setzen können.
  • Das Rechenzentrum der Zukunft wird als verteiltes Ökosystem beschrieben, das Hyperscale-Campus für KI, Edge-Standorte und spezialisierte Infrastrukturmodule verbindet.
  • Die physische Infrastruktur wird zum strategischen Engpass, weil Energie, Chips, Kühlung, Grenzen des Stromnetzes und Materialien die Wirtschaftlichkeit von KI bestimmen.
  • Konzepte für Rechenleistung im Orbit und am Netzrand zeigen, dass der Ort der Rechenleistung zu einer Wettbewerbsgröße wird und nicht nur eine technische Entwurfsentscheidung bleibt.
  • Micro-Edge-Einheiten und Außengehäuse zeigen, dass die Produktentwicklung rund um verteilte Rechenleistung und Netzinfrastruktur weitergeht.
  • Telekommunikationsanbieter gehen über reine Konnektivität hinaus und verbinden ihre Netzressourcen mit Fähigkeiten in Cloud, Edge und Daten.

Digitale Souveränität und europäische Technologiestrategie

  • Digitale Souveränität entwickelte sich zu einem zentralen europäischen Thema, verknüpft mit Cloud, KI, Chipversorgung, Beschaffung, Partnerschaften und Umsetzungskapazität.
  • Das EU Tech Sovereignty Package ist um souveräne Cloud und Prüfungen der Chipversorgung herum aufgestellt und macht Souveränität damit zu einem Thema für Beschaffung und Resilienz.
  • Europas digitale Fortschritte liegen bei 5G und KI, während bei Chips und Cybersecurity Abhängigkeiten bestehen bleiben.
  • Die deutsch-französische Zusammenarbeit bei Cloud und KI gilt als Weg, Souveränität in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.
  • Das deutsche Foundation Model Soofi S steht für den Weg zu souveränen KI-Modellen, die auf europäischer Infrastruktur trainiert werden.
  • Souveränität wird weniger als politische Erklärung dargestellt als vielmehr als Umsetzungsaufgabe in Technologie, Partnerschaften und im operativen Betrieb.

Digitale Transformation, Daten und Führung

  • Digitale Transformation wird wiederholt als Frage von Governance und Kultur verstanden und nicht als Einkauf von Technologie.
  • Saubere Daten, Prozessdisziplin, Bereitschaft und eine abgestimmte Führung gelten als Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung von KI.
  • Unabhängige Beratung zur Transformation wird dort als wichtig hervorgehoben, wo Vertriebsanreize im Softwaregeschäft Technologieentscheidungen verzerren könnten.
  • Die Arbeit mit Daten kehrt zu menschlichem Urteilsvermögen, klarerer Governance und Disziplin in der Architektur zurück.
  • Die Kommunikation auf Führungsebene bleibt eine Kernfähigkeit, besonders in der Cybersecurity, wo Berichte und E-Mails Risiken in Handeln übersetzen müssen.
  • Von starken technischen Rollen wie ISSOs wird erwartet, dass sie Netzwerke, Systeme und technologische Grundlagen verstehen, nicht nur Compliance-Rahmenwerke.

TECH by Handelsblatt

  • TECH by Handelsblatt stellte Europas digitale Wettbewerbsfähigkeit als Umsetzungsagenda dar, mit KI, digitaler Souveränität, Sicherheit und Verteidigung, DeepTech, SpaceTech, Robotik, Quantencomputing und künftigen Geschäftsmodellen im Zentrum der Diskussion.
  • Die Veranstaltung versammelte Führungskräfte aus Technologie, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Heilbronn, im entstehenden KI-Cluster Europas, und richtete den Blick auf strategische Zusammenarbeit, souveräne Technologieführerschaft und schnellere Innovation in der europäischen Industrie.
  • Für Verantwortliche im ICT-Bereich bekräftigt die Veranstaltung, dass Cloud, KI, Cybersecurity, die Modernisierung der Infrastruktur und Souveränität zu einer zusammenhängenden Transformationsagenda werden und nicht zu getrennten Technologiesträngen.

Signale aus Branchen und Anwendungsfällen

  • Das Gesundheitswesen wird als Feld hervorgehoben, in dem KI und Quantentechnik die klinische Versorgung, die Forschung und administrative Abläufe verändern können.
  • Die Kommunikation für die öffentliche Sicherheit kommt über 5G, MCx, Drohnen und Diskussionen zu quantensicherem 6G voran.
  • Intelligente Stromnetze gelten als vielversprechender Anwendungsfall für Quantentechnik bei Optimierung, Simulation und Fehlererkennung.
  • Cybersecurity im Automobilbereich bleibt relevant, getragen von praktischen offensiven Sicherheitstechniken für moderne Fahrzeugsysteme.
  • Sporttechnologie, einschließlich der FIFA World Cup, zeigt, wie KI, IoT, Edge-Systeme, intelligente Bälle, Roboter und Schiedsrichterkameras ICT-Innovation in den laufenden Betrieb übersetzen.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 23/ 24 mit dem Best of LinkedIn zu ICT & Tech Insights:

→ 72 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 35 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen