Best of LinkedIn: Private Equity Insights KW 20/ 21
Verzögerte Exits, eine strengere Prüfung durch Käufer und eine deutlichere Abkehr vom Financial Engineering zugunsten operativer Nachweise beherrschten die Private-Equity-Diskussion in diesem Zeitraum. KI verließ das Experimentierstadium und erreichte die Arbeitsabläufe der Fonds, die Due Diligence, das Deal Sourcing und die Umsetzung im Portfolio. Die Vorbereitung auf den Exit, die Qualität des CFO und die Dateninfrastruktur wurden zu wiederkehrenden Prioritäten der Value Creation. Am deutlichsten war die Botschaft: An Kapital mangelt es dem Private Equity nicht, doch die Branche wird wählerischer, operativer und stärker von der Qualität der Umsetzung abhängig.
Datum
May 25, 2026
Private Equity Insights
Thomas Allgeyer

Methodik: Alle zwei Wochen sammeln wir die relevantesten LinkedIn-Beiträge zu ausgewählten Themen und verdichten sie zu einem Gesamtüberblick, ausschließlich auf Basis dieser Beiträge. Die einzelnen Beiträge dahinter finden sich hier: https://linktr.ee/thomasallgeyer. Viel Freude beim Lesen.

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Wer lieber zuhört: Unser Podcast fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Private Equity Insights KW 20/ 21 zusammen:

KI in den Privatmärkten

  • KI wurde vom strategischen Thema zur operativen Agenda und tauchte in den Arbeitsabläufen der Fonds, in der Due Diligence, im Deal Sourcing, im Data Engineering und in der Umsetzung im Portfolio auf.
  • KPMG und Anthropic kündigten eine weltweite Allianz an, um Claude in die Arbeitsabläufe im Private Equity zu bringen. Große Beratungsplattformen machen KI damit weiter zum Produkt.
  • KI-Fähigkeiten auf Fondsebene gewannen an Bedeutung. Entscheidend blieben jedoch Roadmaps für das einzelne Portfoliounternehmen, um Anwendungsfälle in EBITDA-Wirkung zu übersetzen.
  • Die KI-gestützte technische Due Diligence entwickelte sich zum neuen Standard: schnellere Prüfung der Codebasis, CVE-Scans, Erkennung von IP-Risiken und geringere Kosten der Bewertung.

Vorbereitung auf den Exit

  • Die Vorbereitung auf den Exit galt als operatives Prinzip vom ersten Tag an und nicht als späte Vorbereitung eines Prozesses.
  • Ein schwaches KPI-Reporting blieb ein wesentliches Risiko für den Exit. Die Bereinigung der Daten muss 12 bis 24 Monate vor dem Start beginnen.
  • Die Übernahme von Campbell Lutyens stärkte die Fähigkeit von Lazard, integrierte Exit-Wege über IPO, Verkauf und Secondaries anzubieten.
  • Daten zur Managementbeteiligung wurden zu einem strategischen Gut im Portfolio, weil sich damit Abgänge, Bindungsrisiken und Lücken in der Exit-Vorbereitung erkennen lassen.

Value Creation

  • Transformation im Private Equity bestimmte sich zunehmend über eine beschleunigte Wertrealisierung. Tempo in der Umsetzung, Governance und operative Klarheit lösten die breite Transformationsrhetorik ab.
  • Die Integration nach M&A blieb ein zentraler Hebel der Value Creation, besonders dort, wo Add-ons eine disziplinierte Zusammenführung von Betrieb und Personal verlangen.
  • Roll-up-Modelle und Multiple-Arbitrage blieben zentral für Plattformstrategien. Zugleich wuchs die Komplexität bei Konsolidierung, Planung und Transparenz über die Liquidität.
  • Die Qualität des CFO wurde zu einem kritischen Kontrollpunkt, besonders bei technologiegestützten Dienstleistungen und in Unternehmen kurz vor dem Exit.

Deals & Origination

  • Deal Sourcing wurde weniger über das Volumen der Pipeline verstanden als über Sichtbarkeit, Vertrauen und den Vorsprung durch Beziehungen.
  • Der inhaltsgetriebene Kontakt zu Gründern galt als wirksamerer Motor für die Origination als die Kaltansprache.
  • Independent Sponsors fanden im unteren Mittelstandssegment mehr Beachtung, dank schlanker Strukturen, spezialisierter Expertise und KI-gestützter Arbeitsabläufe.
  • Transaktionen im DACH-Mittelstand reichten von Golfmedien über Climate Tech und Tiernahrung bis zum Gesundheitswesen. Das Interesse verteilt sich weiterhin über viele Branchen.

Plattformen & Partnerschaften

  • KKR arbeitete mit Schweizer Banken zusammen, um Privatanlegern den Zugang zu Privatmärkten zu öffnen, und verstärkte damit deren Retailisierung.
  • GP-Score wurde als unabhängiges, von LPs beauftragtes Prüfinstrument für die operativen Fähigkeiten von PE-Häusern vorgestellt.
  • DealsPlus schuf auf Fondsebene Transparenz über die Managementbeteiligungen in den Portfoliounternehmen.
  • AssetMax.AI stellte die KI-gestützte technische Due Diligence als schnellere und günstigere Alternative zu klassischen Prüfungen durch Berater dar.

Risiko & Regulierung

  • Die für Mitte 2026 erwarteten FDI-Reformen in Deutschland und der EU werden die Prüfung ausländischer Investitionen bei PE-Transaktionen neu ordnen.
  • AIFMD2, der Druck zur ESG-Offenlegung, die geopolitische Fragmentierung und die genauere Prüfung des DPI erhöhten die Last aus Regulierung und Berichterstattung für die Privatmärkte.
  • Erwartet wurde, dass Kreditstress das Eigenkapital im Private Equity früher trifft als Private Credit, vor allem dort, wo eine Refinanzierung zum Nennwert in den Jahren 2026 bis 2027 unrealistisch wird.
  • Portfoliobewertungen wurden genauer geprüft, mit stärkerem Augenmerk auf die Annahmen hinter der ausgewiesenen Fondsperformance.

Führung & Fachkräfte

  • Die Suche nach CEOs in PE-finanzierten Unternehmen richtete sich neu an Scorecards, kultureller Passung, Urteilsvermögen und einschlägiger Problemlösung aus.
  • Teams mit erstmaliger PE-Beteiligung mussten sich umstellen: weg von Entscheidungen rund um die Gründerperson, hin zu einer bereichsübergreifenden Umsetzung, die für das Board sichtbar ist.
  • Der Erfolg des CMO hing davon ab, sich früh mit dem CEO über Wachstumsprioritäten, Entscheidungsbefugnisse und den Arbeitsrhythmus zu verständigen.
  • Starke Führungskräfte in Portfoliounternehmen verbanden Selbstvertrauen mit Neugier und nutzten die Beziehung zum Sponsor als Ressource statt als Kontrollinstrument.

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Die Beiträge und Stimmen hinter dieser Zusammenfassung

Der RoundUp zu KW 20/ 21 mit dem Best of LinkedIn zu Private Equity Insights:

→ 71 ausgewählte Beiträge mit Substanz

→ 35 neue Stimmen, die einen Blick wert sind

→ 1 Deep Dive zum Vertiefen